Produktivitätswachstum
Den allermeisten von uns ist fremd, welche volkswirtschaftlichen Auswirkungen das Produktivitätswachstum eigentlich hat. Der Begriff Produktivitätswachstum umschreibt die Hebung von Produktivitätsreserven im Arbeitsprozess. Wenn ich es in einer Stunde schaffe, statt 100 Schrauben dann 102 Schrauben herzustellen, so erwirtschafte ich 2 Prozent zusätzliche Produktvität.
In Deutschland beträgt das Produktivitätswachstum derzeit rund zwei Prozent pro Jahr. Das bedeutet, dass rund 2 Prozent des Wachstums auf das Ausschöpfen von Produktivitätsreserven fallen. Logische Folge: Ist das Gesamt-Wachstum niedriger als 2 Prozent, führt dies zum Abbau von Arbeitsplätzen. Denn der Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes wird von der gleichen Zahl an Arbeitern geleistet.
So kann 1 Prozent Wirtschaftswachstum theoretisch mit weniger Arbeitskräften erwirtschaftet werden. Im Umkehrschluss gilt für Deutschland: Erst ab 3 Prozent Wirtschaftswachstum werden Arbeitsplätze substantiell aufgebaut.
Jedoch: Je höher die Produktivität steigt, desto schwieriger ist es, minder Qualifizierte im mehr und mehr anspruchsvollen Arbeitsprozess unterzubringen. Das kann selbst Hartz IV nicht ändern. Eine gescheite Antwort kann nur lauten: Bildung - lebensland. Auf allen Niveaustufen.