Aloha Frank Bsirske - 1 Flug, 8 Sündenfälle

Mit seinem Urlaub unter Südsee-Palmen hat der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske einen stattlichen Bock geschossen: Mit nur einer Handlung hat er gleich acht Mal wider die gewerkschaftliche Korrektheit gehandelt.

Hier die Fehlgriffe im einzelnen:

1. Seine Leute streiken, der Chef fliegt in die Sommerfrische.
2. Der Streik richtet sich gegen die Lufthansa, der Chef fliegt mit eben dieser Fluglinie in den Urlaub.
3. Er lässt sich den Flug von der bestreikten Fluglinie schenken.
4. Er fliegt 1. Klasse.
5. Er nimmt seine Frau mit - auch kostenlos.
6. Er düst ans andere Ende der Welt, über zwanzig Stunden im Flieger, wo doch seine Partei (Grüne) eher auf klimaschonende Radltouren im Schwarzwald steht.
7. Er fliegt für knapp 5 Wochen in den Urlaub, was für eine Spitzenkraft ungewöhnlich lang ist.
8. Während Bsirske mit der Südsee-Sonne kämpft, schlagen seine Funktionäre einen eher schlappen Abschluss von etwas über 4 Prozent heraus. Dafür soll sich der Streik gelohnt haben?

Nun trifft Bsirske die Moral- und Neid-Keule, die er selber landauf, landab geschwungen hat. Dass die Manager sich unmoralisch verhalten, dass sich Führungskräfte von der Arbeitswelt entfernt haben, dass sie ihre Privilegien schamlos ausnutzen.

Wie auch immer, verheerend für den Gewerkschafts-Boss bleibt der Eindruck beim einfachen ver.di-Mitglied: Der streikende Wartungsmechaniker steht auf Posten, der Chef liegt am Strand und süffelt einen Coco loco. Jetzt kann man sich auch ausmalen, warum der Streik so schnell endete. Damit, so mag manch einer an der Basis denken, der Heimflug des Chefs nicht gefährdet wird.

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