Gerechtigkeit vs Freiheit
Gerechtigkeit, wenn man den Begriff denn als Verteilungsgerechtigkeit benutzt, kollidiert mit einer anderen Errungenschaft der Demokratie: Freiheit. Das hat F. A. von Hayek brillant nachgewiesen. Gerechtigkeitsregularien schränken den Handlungsraum des freien Wirtschaftsbürgers nachhaltig ein.
Verteilungsgerechtigkeit vermag es darüber hinaus in komplexen und bunten Gesellschaften gar nicht geben. Sie würde automatisch auf Kosten der Freiheit und des Wohlstandes gehen. Und sich - siehe Cuba - damit auf die gerechte Verteilung der Armut beschränken.
Wenn jedoch über Gerechtigkeit gesprochen wird und damit Chancengerechtigkeit und Leistungsgerechtigkeit gemeint ist, dann mutiere ich zum glühenden Vorkämpfer. Auch beim 100-Meter-Lauf käme niemand auf die Idee, dass alle Läufer zur gleichen Zeit ins Ziel einlaufen sollten. Aber am Startblock sollten alle die gleiche Chance erhalten.
Das zentrale Stichwort bei Chancengerechtigkeit bleibt Bildung. Eine gute Bildung ist der Startblock in eine prosperierende Zukunft. Die Ökonomen streiten seit langen, warum sich ökonomische Ungleichheit ausbildet. Es gibt - wie so oft - viele Antworten. In einem jedoch sind sich alle einig. Bildung spielt eine entscheidende Rolle. Wer über eine umfassende Bildung verfügt, der besitzt zumindest die besseren Chancen.