“L” - Muttis Liebling
Gerade wurde die Hitliste der beliebtesten Babynamen des letzten Jahres veröffentlicht.
Es ist schon sehr auffällig, dass viele Mädchennamen mit einem “L” beginnen: Lea, Lisa, Laura, Lara, Lina, Lily, Leoni, Lena und so weiter. Bei den Jungs setzt sich diese L-isierung fort: Lukas, Luca, Luis, Leander oder Leon.
Was ist dran an diesem “L”, was zum Teufel bedeutet diese L-Invasion? Neigt sich das “L” vor dem Zeitgeist? Und wenn ja, warum bloß?
Eigentlich steckt hinter dem “L” ein eher schüchterner Bursche. Die Letter kommt nicht so raumfüllend daher wie das dominate “A” oder das lautmalerische “O”. Der Buchstabe “L” klingt auch nicht so zackig wie das scharfe “Z”. Nein, das “L” lümmelt sich eher wie ein gelangweilter und harmloser Zeitgenosse.
Und wahrscheinlich liegt in dieser Harmlosigkeit auch das Erfolgsgeheimnis des “L”. Diese Letter klingt sanft und lustig, das “L” ist so eine Art abgerüstetes “R”. Dieses “L” entpuppt sich als Konsonant der Softie-Generation, es weht als konsonante weiße Fahne des grünbewegten Bürgertums.
Das “L” geht lebensfroh, verspielt und frohgemut seines Weges. Weshalb es so lustige Namen gibt wie den “Li-La-Launebären” und “Lirum-Larum-Löffelstil”, Begriffe, die nicht nur Kinder fröhlich stimmen.
Aber es ist nicht alles “L”, was glänzt. Denn die Lüge fängt mit “L” an und auch die hinterhältige List. Jedoch lachen wir mit einem “L” und das allerschönste Wort der deutschen Sprache beginnt auch mit einem “L”: die Liebe.
siehe auch: Gib mir ein “a”!