Soli, Soli, über alles

Nun müssen wir schon seit geraumer Zeit mit dem Solidaritätszuschlag für den Aufbau Ost leben, obwohl die Wiedervereinigung ja auch schon 20 Jahre zurück liegt. Dieser Zuschlag, liebevoll “Soli” genannt, ist die Umschreibung für eine Ergänzungsabgabe von immerhin 5,5 Prozent zur Einkommen- und Körperschaftssteuer und diente ursprünglich zur Deckung der Wiedervereinigungskosten.

Irgendwie will einen das merkwürdige Gefühl nicht verlassen, es könnte uns mit dem “Soli” ähnlich ergehen, wie damals den Deutschen unter Kaiser Wilhelm Zwo, der sich 1902 eine Sektsteuer ausdachte, um seine kaiserliche Kriegsflotte zu finanzieren. Nun, die Flotte inklusive Monarch gibt es nimmer, die Sektsteuer aber doch.

Kein Wunder, dass bereits Politiker aller Couleur nach weiteren “Solis” rufen. Von einem “Bildungs-Soli” ist die Rede, da mag ja kein Vernünftiger widersprechen. Andere fordern, nicht ganz zu Unrecht, einen “Krisen-Soli”. An dieser Stelle möchte ich der Kreativität unserer Politiker auf die Sprünge helfen. Deshalb nachstehend deshalb ein paar weitere Soli-Vorschläge.

Wie wäre es mit einem Banken-Soli, dem Hartz-IV-Soli, einem Baby-Soli, dem Kinder-Soli, einem Alten-Soli, einem Fussball-im-Free-TV-Soli (auch Hoeneß-Soli genannt), einem Winter-Soli, auch ein Sommer-Soli macht Sinn, einem Opel-Soli, einem Franjo-Pooth-Soli? Und spätestens bei einem Freibier-Soli wird ganz Deutschland Hurra schreien. Oder wie wäre es gleich mit einem Bullshit-Soli?

Soli hin, Bullshit her, man sollte “Soli” so buchstabieren, wie er - vulgo - gemeint ist. Das Wort heißt Steuererhöhung. Soli klingt - keine Frage - allerdings ein wenig schnuckeliger.

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