Verleger in Moll - weltweit

fipp09.jpgAuf dem Kongress des Weltverlegerverbandes FIPP dominierte ein Thema: die Wirtschafts- und Medienkrise. Kein Verleger, der nicht klagte, kein Land, das nicht vom Abschwung betroffen wäre.

Ganz arg hat es die sich entwickelnden Medienstandorte in Osteuropa erwischt. Hier wird in diesen Monaten eine Zeitschrift nach der anderen eingestellt. Die Anzeigenkunden bleiben weg.

Gleich zu Anfang las der Franzose Maurice Lévy, Chef des Anzeigenvermarkters Publicis Groupe, den 800 in London versammelten Zeitschriftenverlegern - charmant, aber deutlich - die Levitten. Don’t expect recovery! Die Medienkrise sei nicht überraschend gekommen, sondern sei Kulmination lange sichtbarer Trends.

Aus diesem Grund werde die Krise auch nicht rasch verschwinden. Das analoge Geschäftsmodell sei in der Krise. Die Käufer und die Anzeigengelder blieben weg. Nichts ist sicher, die Medienwelt sei im Umbruch.

Felix Dennis, der Gründer von Dennis Publishing, setzte in einem launigen Vortrag die optimistische Note des Tages. Auch in Krisenzeiten lasse sich gutes Geld verdienen. Und er erzählte vom Launch seines Magazins Maxim in den USA, das er dort 1997 während einer Rezession gegründet habe. Eine Idee, ein paar Personen und ganz viel Leidenschaft - so laute die Erfolgsformel.

Obwohl ihm hochmögende Fachleute abgeraten hätten, in den schwierigen amerikanischen Männermarkt zu gehen, ließ sich der Engländer nicht beirren. Wenn der Wille stark ist, dann sei der Gegner schwach. Heute verkauft Maxim in den USA über 2,5 Millionen Exemplare und erscheint in über einem Dutzend Länder.

Good luck to you in these terrible times, endete Dennis. Und es klang überhaupt nicht zynisch, sondern eher zuversichtlich.

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