petra vs freundin 1:3

petra.jpgWenn man sich im Focus letzter Woche die Werbung für die beiden Frauenzeitschriften freundin und petra anschaut, dann stösst man auf Konzepte, die unterschiedlich nicht sein können.

Hier die grüne petra mit egoistischem Touch. Das “Ich” als erstes Wort der Anzeige gibt die Melodie dieser Marketingkampagne vor.

Ich bin dafür, dass Lügen lange Beine machen. Lügen und lange Beine - das Idealbild der emanzipierten Frau? Die Farbe grün wirkt in Verbindung mit der schwarz-weiß Fotographie kalt. Der Gesichtsausdruck der Frau scheint überheblich und zickig.

Diese halbstarke pseudo-feministische Kraftmeierei wird zielgruppendefinitorisch im Abspann noch einmal heraus gestrichen: Ist für Frauen. Aha, wäre ich nicht drauf gekommen! Nur für Frauen! oder Nur für richtige Frauen! wäre witziger gewesen.

freundin.jpgAuf der anderen Seite die Zeitschrift freundin, die ihrem Namen alle Ehre machen will. Freundschaft wird betont, das Miteinander, eine Freundin hilft der anderen. Ich bin eine freundin, weil gute Ideen nicht von alleine kommen. Die Freundinnen lächeln natürlich und heiter.

Eigentlich ist die petra-Anzeige handwerklich besser: aufgeräumter, pointierter, nicht überfrachtet. In diese Fallen tappt die freundin-Anzeige.

Aber vom verlegerischen Ansatz steht mir die freundin näher. Das Konzept entspricht der Funktion einer guten Zeitschrift. Denn eine gute Zeitschrift muss sein wie ein guter Freund. Sie muss unterhalten, helfen, Ratschlag geben, trösten.

In diesem Sinne kommt die freundin sympathischer daher. Obwohl ich beide Magazine nicht lese, behaupte ich mal frech: freundin hat das bessere Konzept, freundin ist die bessere Zeitschrift.

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