Wong Kei

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Mein Lieblings-Chinese? Die Antwort ist einfach: Wong Kei in Londons Chinatown. Seit ich das erste Mal - noch als junger Student - dieses chinesische Restaurant besuchte, versuche ich immer regelmäßig vorbei zu kommen.

Dabei glänzt Wong Kei nicht unbedingt als Edeladresse. Im Gegenteil. Es residiert am westlichen Ende von Chinatown in der Wardour Street, dort wo schwere Jungs und leichte Mädchen nicht fern sind. Das Restaurant befindet sich in einem - nun ja, sagen wir - angegrauten Haus der Jahrhundertwende, für das die Pariser Schauspielerin Sarah Bernhardt 1904 den Grundstein gelegt hat. Das Haus hat also schon ein paar Jährchen gesehen.

Etwas robust wird dem Hungrigen am Eingang bedeutet Cash only - no credit cards. Wenn man über die Schwelle tritt, wird man von einem ruppigen Keller angebafft, how many people und flugs an einen der eh schon vollen Tischen gesetzt.

Auf drei Etagen wird bewirtet, in Parterre, wo der Ton am härtesten ist, dann im Keller und im ersten Stock. Das Restaurant ist einfach ausgestattet, vielleicht auch nicht das sauberste, doch wenn der obligate Tee und das Essen kommt, sind alle bellenden Kellner und unwirschen Kommandos vergessen.

Meist bestelle ich eine Wan Tan Soup und ein Lemon Chicken. Ein solches Lemon Chicken bleibt für jeden Koch weltweit eine Herausforderung, denn bei der Zitronensauce ist Geschick gefragt. Sie darf nicht übersäuert sein, auch nicht zu lau, dann muss die Konsistenz - nicht zu sämig, nicht zu flüssig - stimmen.

Die Wahrheit ist: Das Lemon Chicken bei Wong Kei ist eine Offenbarung. Und preiswert obendrein.

Leicht verunsichert ist der regelmäßige Wong Kei-Besucher über die letzten Jahre schon. Denn die Kellner scheinen freundlicher geworden. Oder haben wir uns an den Feldwebelton nur gewöhnt?

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