Latin Beatles
John Lennon & Paul McCartney - das sind Mozart & Bach der Neuzeit. Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass diese Musik perfekt daher kommt. Wie will man dies toppen?
Insofern sind Cover-Versionen der Beatles verlorene Liebesmüh. Nun ja, vielleicht leiht man dieser Platte ein Ohr.
Bei Tropical Tribute to the Beatles haben sich all die Großen der Salsa Szene, jene Musiker rund um die legendären Fania All Stars, an den Kompositionen der Fab Four versucht und - oh Wunder - es funktioniert.
Ein Beatles-Song als Merengue oder Bolero kriegt durch den karibischen Rhythmus eine neue Klangfarbe und auch einen neuen Spannungsbogen. Pop und Salsa - warum also nicht?
Tropical Tribute to the Beatles erschien 1996 auf Ralph Mercados RMM Records. Die Arrangements sind von Steve Roistein, der auch musikalischer Leiter dieser sonnigen Einspielung war.
Auf dieser Platte sind ein paar richtig knackige Highlights. Tito Nieves mit dem Vibraphonisten Tito Puente bei einem Let it be im up tempo. Oder Can’t buy me Love, was hier No puedes comprame heißt, dargebracht von dem cubanischen Sänger Guianko in einem wunderbaren Salsa-Arrangement.
Der Puerto Ricaner Tony Vega singt Hey Jude. Manchmal werden die englischen Texte zu spanischer Poesie veredelt, bisweilen klingen sie aufgrund eines starken Akzents unfreiwillig komisch.
Ray Sepúlveda mit The Fool on the Hill ist wunderbar. Oder And I Love Her mit José “El Canario” Alberto. Betörend auch Yesterday mit Cheo Feliciano.
Manchmal bin ich schon froh, wenn auf einer Platte wenigstens ein einziger guter Songs zu finden ist. Hier entdeckt man gleich ein halbes Dutzend davon.
Die ausgelassene Stimmung der Platte zeigt auf, was die karibische Musik der Welt zu bieten hat: wunderbare Harmonien, schnelle, tanzbare Beats und betörende Klangfarben. Where a man can dance with his wife.
siehe auch: Basie plays Beatles