nachlaufender Indikator
Aus dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden kam in der letzten Woche endlich mal wieder eine gute Nachricht: Im zweiten Quartal 2009 konnte Deutschlands Wirtschaft ein kleines Plus vor dem Wachstumswert des Bruttoinlandsproduktes verzeichnen. Nach vier negativen Quartalen hintereinander.
Und jetzt die Wende. Plus 0,3 Prozent zum Vorquartal. Wenig genug. Aber immerhin!
Vielleicht haben wir den Tiefpunkt der weltweiten Wirtschaftskrise damit überwunden. Allerdings: ein sehr großes “vielleicht”.
Wenn es gut geht, wird das Wachstum jetzt für eine Weile flach verlaufen oder ganz sachte ansteigen.
Trotz dieser erfreulichen Botschaft warten viele Schmerzen der Wirtschaftskrise noch auf uns. So auf dem Feld der Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote wird in den nächsten Monaten spürbar in die Höhe schnellen. Denn der Arbeitsmarkt ist stets ein nachlaufender Indikator.
Der Arbeitsmarkt holt die Wirtschaftskrise also noch nach. Nächsten Winter, vielleicht im Februar, werden wir die Zahl von offiziell 5 Millionen Arbeitslosen touchieren.
Übrigens, so wie der Arbeitsmarkt ein nachlaufender Indikator ist, so ist die Börse ein vorlaufender Indikator. So vier, sechs Monate vorlaufend. Und an der Börse ist in diesen Tagen kein wirklicher, substantieller Aufbruch zu beobachten. Auch deshalb sollte in Bezug auf die Überwindung der Wirtschaftskrise kein voreiliger Jubel ausbrechen.