mein Gähn-Dax

Nach all dem Schillernden, Trüben und Halbseidenen, das in den letzten Monaten zu uns herüber geschwappt kam, scheint Klarheit nötig. In welche Dax-Werte kann noch investiert werden? Wo liegt die Zuverlässigkeit? Wem können wir vertrauen?

Ich habe da mein ganz eigene Methode. Wichtig sind zunächst - wie immer im Wirtschaftsleben - fundamentale Kriterien. Das K/G-Verhältnis und die Dividendenrendite dienen als erster Filter.

Und dann kommt meine ureigene Selektion hinzu. Mein G-Faktor, der Gähn-Faktor. Eine Aktie sollte langweilig sein, nicht aufgeplustert, das Unternehmen sollte unspektakulär auftreten.

Indizien für meinen Gähn-Dax können sein: die Firma taucht nicht häufig in den Schlagzeilen auf, das Unternehmen ist in der Provinz beheimatet, die Firma macht nicht viel Aufhebens um sich, sondern arbeitet.

Sicher, das Unternehmen sollte kein schlechtes Image besitzen. Aber auch kein gutes, am liebsten wäre dem Gähn-Dax, wenn das Unternehmen gar kein Image hätte.

Schauen wir uns die Dax 30-Unternehmen mit einem guten K/G-Verhältnis und einer attraktiven Dividendenrendite einmal an und grübeln über den Gähn-Faktor:

Allianz: wenn das schönste Stadion Deutschlands den Firmennamen tragen soll, dann ist die Firma für den Gähn-Dax ungeeignet.

BASF: zu wuchtig, zu wichtig.

K+S: Wer ist das? Oder was? Oder wie?

E.On: Reklame an jeder Ecke.

Lufthansa: zu leuchtend, zu gut, zu bekannt, viel zu sexy.

MAN: nicht schlecht, kein Mensch weiß, was sich hinter der Abkürzung verbirgt.

Metro: Es gibt zu viele Läden, wo dieses drüber steht.

RWE: irgendwie gut, aber was die genau machen, weiß man nicht so recht.

ThyssenKrupp: dito. Gut, aber was verkaufen die?

Violà, da ist er. Mein Gähn-Dax besteht aus K+S (39,53 €), MAN (53 €), RWE (64,54 €) und ThyssenKrupp (24,80 €).

Alles Langeweiler. Alles eine gute Chance.

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