Der Facebook-Wahlkampf
Ziemlich vereinzelt und dann doch sehr einsam sah man sie in den Strassen und auf den Plätzen der bayerischen Städte und Dörfer: Die blauen Plakate mit der qualmenden Zigarette, die von einem roten Verbots-Balken durchgestrichen wurde. Daneben dann diese zackige Aufforderung: Eintragen!
Doch dies war kein klassischer Straßenwahlkampf und auch kein Wahlkampf der Veranstaltungen. Die Initiative für das Volksbegehren zum Nichtraucherschutz in Bayern ist auch den Parteien aus der Hand entglitten. Weder die ÖDP, die die Kampagne initiert hat, noch die Grünen und die SPD, die auf den fahrenden Zug aufgesprungen waren, traten groß in Erscheinung.
Nein, dieser Wahlkampf fand eigentlich im Netz statt. Zunächst auf der Site Nichtraucherschutz in Bayern mit dem Auftritt der Initiatoren, deren Server ob des starken Zugriffs regelmäßig zusammenkrachte. Aber auch und insbesondere in den Social Communities von Facebook und StudiVZ und in den Blogs und auch bei Twitter. Die Information und die Mobilisierung wurde diesmal gezwitschert, die Freunde und Kollegen wurden online in die Rathäuser getrieben.
Der Tritt in den Hintern, sich in die Liste zum Volksbegehren eintragen zu lassen, fand diesmal digital statt. Auf Facebook haben sich schnell über 10.000 Befürworter des Volksbegehrens zusammen gefunden.
Am Ende stand eine Blaupause, wie die Dynamik zukünftiger Wahlkämpfe ausschauen wird. Über 10 Prozent der Wahlberechtigten in Bayern blieben zu mobilisieren, um das Volksbegehren ans Laufen zu bringen. Ach übrigens, dieser digitale Wahlkampf war von Erfolg gekrönt. Die 10 Prozent wurden grandios übertroffen.