Archive for the ‘Zeitschriften’ Category

Mein Magazin des Jahres 2009: The Economist

Montag, Dezember 21st, 2009

economist.jpgNehmen wir einmal an, ich dürfte auf die berühmte Insel nur eine Zeitschrift mitnehmen, dann würde mir die Wahl nicht schwerfallen. The Economist. Einen profunderen und kurzweiligeren Einblick in die Welt ist nirgends zu finden.

Wahrscheinlich ist The Economist das beste Nachrichtenmagazin der Welt. Sicher, es gibt einige mit höherer Auflage und vielleicht auch einige höherem Gewinn. Aber es gibt wohl keine Zeitschrift, die mehr Einfluß besäße als das Wochenblatt aus London.

Dabei hat über die Jahrzehnte dieses Magazin einen eigenen, ja eigenwilligen Stil entwickelt. Die Titel sind plakativ, oft frech, zumindest aber überraschend.

Das setzt sich in den Artikeln fort. Die Inhalte sind stets fachkundig, aber verständlich. Überschriften und Bildunterschriften kommen sehr keck daher. Und der letzte Absatz oder der letzte Satz eines Artikels ist oft ein Kabinettstückchen für sich. Er fasst zusammen, hebt den Zeigefinger oder versucht sich in Prophetie, aber dies immer mit einem Augenzwinkern.

The Economist zeigt sich (more…)

Verelendungsspirale

Samstag, Dezember 19th, 2009

Zeitungen und Zeitschriften werden dünner. Die Anzeigenkunden buchen weniger. Die Leser bleiben aus. Die Verlage müssen sparen (more…)

Fotokiste: Mike Meiré

Freitag, Dezember 11th, 2009

Mike Meiré der beste Designer ein junger Wilder aus Köln mike-meire designer.jpgKöln, den 28. Mai 1991

Als Meiré und Meiré noch nicht die großen Stars der Design-Szene in Deutschland waren, sondern hoffnungsvolle Newcomer, saßen ein paar junge Burschen draußen im Westen von Köln.

Im fast schon ländlichen Stadtteil Königsdorf bei Frechen, umgeben von einem üppigen Forst. Wilde Ideen wurden hier Im Klosterhof ausgeheckt, in einem weitläufigen Anwesen, das im achten Jahrhundert von Benediktinern erbaut wurde.

Doch zog durch das alte Gemäuer solch frischer Geist, der schon damals Großes erahnen ließ. Die Optik der frühen Jahre von Meiré und Meiré war reduziert und knallig zugleich, modern und doch irgendwie klassisch.

Eigentlich gibt es zwei Meirés. Da ist (more…)

Journaille

Freitag, November 27th, 2009

Journalisten: Leute, die ein Leben lang darüber nachdenken, (more…)

Häschen in der Grube

Montag, November 23rd, 2009

playboylogo.jpgDie Notiz, die da aus den USA zu uns kommt, überrascht nicht wirklich: Die Zeitschrift Playboy, einst viriler Patron des maskulinen Journalismus, soll - ob anhaltend tiefroter Zahlen - verkauft werden.

Einen hohen zweistelligen Millionen-Verlust verbucht der Verlag, die Garantieauflage ist erst kürzlich von 2,6 Millionen Exemplare auf 1,5 Millionen abgesenkt worden. In den wilden 70er Jahren gingen von dem Nackedei-Magazin noch mehr als 7 Millionen Hefte über - oder unter - die Ladentheke.

Nun scheint für den Gründer Hugh Hefner Schluss mit Schlappohren und das Magazin wird wohl in andere Hände wandern. Und vielleicht kommt ja auch Private Equity-Geld ins Spiel oder ein Hedge Fonds und eine Heuschrecke frißt das arme Häschen.

Doch Mitleid kann man sich sparen. Denn es gibt kaum eine Zeitschrift, die so wenig (more…)

Merkel: so tief ist die Krise

Mittwoch, November 18th, 2009

Angela Merkel Deutschland Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin mit Hubert Burda Verleger Wolfgang Fürstner VDZ Politik merkel-vdz-2009.jpgDer VDZ-Präsident Hubert Burda hatte die Teilnehmer der Jahrestagung bereits auf Veränderung eingestimmt.

Man befinde sich, so der Bunte- und Focus-Verleger, in einer Schwellenzeit.

Die Zeiten seien nicht einfach für Medienunternehmer, weil es die Balance von Altem und Neuem zu finden gelte. Und dazu komme dann noch die Konjunkturkrise.

Bundeskanzlerin Angela Merkel nahm das Stichwort auf. Deutschland befinde sich in einer noch nie dagewesenen Wirtschaftskrise. Das Wachstum sei um 5 Prozent eingebrochen, das habe es vorher nie gegeben. In früheren Rezessionen habe man lediglich minus 0,9 Prozent zu verzeichnen gehabt.

Die Wirtschaftskrise sei tief und lang, und man müsse nun alles tun, um aus ihr schnell heraus zu kommen. “Wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weltweit nicht wieder bessern, dann wird das ein ganz schwieriger Gang für uns alle”.

Das Rezept der Bundesregierung: (more…)

Fotokiste: Helen Gurley Brown

Dienstag, November 17th, 2009

cosmopolitan-grunderin. Helen Gurley BrownjpgPalo Alto/California, im Juli 2005

Als eine der besten Zeitschriften dieser Welt hat sicherlich das Frauenmagazin Cosmopolitan zu gelten. Die Lektüre für die Frau von heute zeigt sich ganz auf der Höhe der Zeit: Karrieretipps, Gesundheitsthemen, viel Beziehungskram, auch Sex, stets pikant, aber alles noch im gutbürgerlichen Rahmen.

Nicht nur in den Vereinigten Staaten hat dieses Magazin für Furore gesorgt, auch die 58 Lizenzausgaben von Finnland bis Malaysia zeugen davon, wie überzeugend die Cosmo das Lebensgefühl junger, moderner Frauen ausdrückt.

Dass Cosmo so gut ist wie sie ist, verdankt sie (more…)

Very low Paid Content

Montag, November 2nd, 2009

freecontentusa2.jpgWenn man sich die Medienlandschaft in den USA einmal betriebswirtschaftlich anschaut, dann kriegt man schnell Pickel. Man fasst sich an den Kopf, man wundert sich über dieses Tollhaus!

In den Vereinigten Staaten wird zwar leidenschaftlich über Paid Content für Online-Angebote diskutiert, aber den Content für Print-Produkte gibt man für’n Appel und ein Ei an seine treuen Leser.

Eine gute Zeitschrift in den USA kostet heutzutage im Abonnement 10 Dollar, das sind etwas über 6 Euro. Wohlgemerkt, dies ist nicht der Preis für ein einzelnes Heft, sondern der Preis für ein ganzes Jahr. Für 12 Hefte.

So verlangt SmartMoney (vom Wall Street Journal) eigentlich LowMoney, nämlich 10 Dollar für 12 Ausgaben. Das kultige Jugend- und Kulturmagazin Rolling Stone stellt bescheidene 39,96 Dollar für 78 Ausgaben in Rechnung.

Esquire - in dem Heft für den gehobenen Stand hat schon Maestro Hemingway geschrieben - gibt es zum heran nahenden Weihnachtsfeste noch günstiger. Die glanzvolle Kultur- und Lifestyle-Postille kostet lediglich 7,97 Dollar für 12 Ausgaben. Das sind Only läppische 44 Cent vom Euro pro Ausgabe.

Bei diesen Schnäppchen-Preisen reden wir nicht über (more…)

15 Erkenntnisse zum Medienumbruch

Mittwoch, Oktober 28th, 2009

Vorige Woche unterwegs in den USA mit einer Gruppe deutscher Zeitschriftenverleger, organisiert vom Verlegerverband VDZ. Ganze 19 Verlage, Unternehmen und Institutionen in New York und San Francisco besucht, mit vielen Entrepreneurs, Managern und Journalisten gesprochen. Was ist die Quintessenz dieser Tour?

Fünfzehn knackige Trends als Zustandsbeschreibung. Ich werte nicht, ich sage nicht, ob ich dies gut finde oder schlecht, ich sage nur, dass es so ist. Hier in aller Kürze die Erkenntnisse einer Woche unbezahlbarer Erfahrung und Inspiration.

1. Die besten und wichtigen Internet-Erfolge (more…)

Ein kalifornisches Telefon soll die Verlage retten

Dienstag, Oktober 27th, 2009

facebook.jpg

Wenn man die sechs Stunden von der amerikanischen Ostküste zu Amerikas Westküste fliegt, so reist man - so scheint es - von einem Land ins andere, von einer Welt in eine ganz andere.

Während New York das Selbstmitleid, die Larmoyanz und das Nebelstochern kultiviert, herrscht in San Francisco ein intellektueller Pioniergeist, eine Aufbruchstimmung, dieses typisch hemdsärmelige Let’s do it!, das die USA so sympathisch macht.

Fällt das doch aufs Alte und auf Europa zugeneigte New York bisweilen in unreflektierte Hektik, so zeigt sich an der Westküste eine offene, der Zukunft zugewandte Kultur und auch dieser alte, sonnige Erfindergeist wird wieder wach.

An der Westküste sitzen die coolen Firmen wie (more…)