Archive for the ‘Zeitungen’ Category

neu und alt

Dienstag, November 3rd, 2009

Seit es das neue Handelsblatt gibt, sieht die (more…)

15 Erkenntnisse zum Medienumbruch

Mittwoch, Oktober 28th, 2009

Vorige Woche unterwegs in den USA mit einer Gruppe deutscher Zeitschriftenverleger, organisiert vom Verlegerverband VDZ. Ganze 19 Verlage, Unternehmen und Institutionen in New York und San Francisco besucht, mit vielen Entrepreneurs, Managern und Journalisten gesprochen. Was ist die Quintessenz dieser Tour?

Fünfzehn knackige Trends als Zustandsbeschreibung. Ich werte nicht, ich sage nicht, ob ich dies gut finde oder schlecht, ich sage nur, dass es so ist. Hier in aller Kürze die Erkenntnisse einer Woche unbezahlbarer Erfahrung und Inspiration.

1. Die besten und wichtigen Internet-Erfolge (more…)

Ein kalifornisches Telefon soll die Verlage retten

Dienstag, Oktober 27th, 2009

facebook.jpg

Wenn man die sechs Stunden von der amerikanischen Ostküste zu Amerikas Westküste fliegt, so reist man - so scheint es - von einem Land ins andere, von einer Welt in eine ganz andere.

Während New York das Selbstmitleid, die Larmoyanz und das Nebelstochern kultiviert, herrscht in San Francisco ein intellektueller Pioniergeist, eine Aufbruchstimmung, dieses typisch hemdsärmelige Let’s do it!, das die USA so sympathisch macht.

Fällt das doch aufs Alte und auf Europa zugeneigte New York bisweilen in unreflektierte Hektik, so zeigt sich an der Westküste eine offene, der Zukunft zugewandte Kultur und auch dieser alte, sonnige Erfindergeist wird wieder wach.

An der Westküste sitzen die coolen Firmen wie (more…)

East Coast - die große Depri

Sonntag, Oktober 25th, 2009

wet-floor.jpgDie Medienkrise hat in New York brutaler zugeschlagen als in Europa. Ich habe die sonst so stolze Medienwelt an der Ostküste noch nie so verzagt und so deprimiert erlebt wie in diesen Tagen.

Doch die Krise ist nicht vom Himmel gefallen. Man fasst sich an den Kopf, wie hochbezahlte Manager so töricht ihr Geschäft verrichten durften.

BusinessWeek mit 900.000 verkauften Heften schreibt rote Zahlen. Den Konkurrenten Forbes und Fortune geht es auch nicht eben besser.

Das 68 Jahre alte Hochglanz-Magazin Gourmet von Condé Nast wird von heute auf morgen eingestellt - bei 980.000 Abonnenten. Wie - Herrschaftszeiten - kann es kommen, dass solche Zeitschriften kein profitables Geschäft darstellen?

Viele amerikanische Verlage verschenkten ihre Monatsmagazine für 10 Dollar im Jahr und lebten jahrelang von satten Anzeigenerlösen. Bei Condé Nast, das von der Krise besonders arg gebeutelt wurde, werden nur 3 Prozent Vertriebserlöse verbucht.

Bei Newsweek plumpsten die Umsätze um 35 bis 40 Prozent. Wir befinden uns in einer ganz schrecklichen Krise wird gejammert, und es regiert eine Heulsusigkeit als wären wir in Deutschland.

Der Journalismus hat innerhalb weniger Monate einen harschen Bedeutungsverlust erlitten. Früher (more…)

Fotokiste: Norman Pearlstine

Samstag, Oktober 24th, 2009

norman-pearlstine.jpgNew York, den 21. Oktober 2009

Eine Stunde mit Norman Pearlstine, zusammen mit anderen VDZ-Kollegen. Norman Pearlstine gilt als einer der großen amerikanischen Journalisten. Ein Mann von Statur und Einfluss, einer der Einflussreichsten seiner Zunft.

Norman arbeitet als erster Journalist des Hauses Bloomberg, der hübsche Titel Chief Content Officer schmückt ihn. Sein Ressort umfasst alles, was mit Wachstum zu tun hat: TV, Radio, neue Magazine, Onlineprodukte. Und er hält Michael Bloomberg den Rücken frei, damit dieser New York vernünftig regieren kann.

Norman Pearlstine kann auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken. Das Wall Street Journal Europe aufgebaut. SmartMoney gegründet, er war viele Jahre lang Chefredakteur des größten Nachrichtenmagazins der Welt, der TIME.

Bloomberg selbst ist ein beeindruckendes Verlagshaus von (more…)

NYT LAB

Freitag, Oktober 23rd, 2009

newyorktimes2009.jpgIn dem luftigen und hellen Glasgebäude  620 Eighth Avenue residiert eine der besten Tageszeitungen der Welt.

In den unteren Etagen der ehrwürdigen New York Times, dort wo über drei Etagen die Newsdesks der 1.200 Redakteure stehen, herrscht miese Stimmung. Die Geschäfte laufen nicht wirklich gut und gerade hat der Verlag angekündigt, über 100 Schreiber vor die Tür zu setzten.

Im obersten Stockwerk, in der 28. Etage, hingegen sprüht die Kreativität. Fast in Wohnzimmer-Atmosphäre hat hier die New York Times Research & Development Group ihre Büros. Die R&D-Verlagsabteilung, populär auch New York Times LAB genannt, kümmert sich um Wichtiges - nämlich um (more…)

Die SPD und das Abo

Freitag, September 25th, 2009

In den letzten Tagen des Wahlkampfes überrascht die SPD uns mit einer Medieninitiative. Acht Vorschläge werden flott runter geschrieben, wie denn den unter Auflagenschwund und Anzeigenrückgang leidenden Printmedien geholfen werden soll.

Zwei dieser Maßnahmen befassen sich mit dem Abonnement. Gefordert wird (more…)

Fotokiste: Paul Julius Reuter

Samstag, August 1st, 2009

paul-julius-reuter-in-london.jpg

Auf dem idyllischen Platz am Hinterausgang des Royal Exchange Building, nahe der Bank of England, haben die Londoner dem Paul Julius Reuter ein drei Meter hohes Denkmal aus weißem Granitstein errichtet.

Paul Julius Reuter - steht da auf Englisch eingemeißelt - geboren 1816 in Kasssel, Germany, gestorben 1899 in Nizza, Frankreich, gründete die Weltnachrichtenagentur, die seinen Namen trägt, in dem No. 1 Royal Exchange Building in der City of London, neben diesem Platz am 14. Oktober 1851.

Reuters einziger Gehilfe beim Start blieb damals ein 12-jähriger Laufbursche namen John Griffith. Eineinhalb Jahrzehnte später war Griffith der erste Geschäftsführer der nun weltweit erfolgreichen Telegraphengesellschaft.

Reuter erkannte, dass es im Geschäft mit Nachrichten und Börsenkursen eines Wettbewerbsvorsprungs bedurfte, dass es hier auf (more…)

Erfolgsrezept Spezialisierung

Donnerstag, Juli 9th, 2009

fauna-blog.jpgDa fällt mir ein touristischer Prospekt mit putzigen Pinguinen in die Hände. Fauna-Reisen - Tiere ganz nah erleben. In dem Katalog finden sich Urlaubstripps hin zur exotischen Tierwelt von Galapagos oder zur Safari nach Kenia. Schöne Spezialisierung.

Denn nur eine gescheite Spezialisierung sichert den Markterfolg. Und es ist nur die kundennahe Spezialisierung, die für ein leuchtendes Marken-Profil sorgt. Wer einen klaren USP besitzt, der wird als Hersteller oder Verkäufer auch wahrgenommen.

Mehr vom Gleichen - das bringt nichts! Massenprodukte oder Me-too-Produkte müssen im knallharten Verdrängungswettbewerb anbieten und können somit nur über einen niedrigen Preis verkaufen.

Auf der klassischen BCG-Matrix mit Menge und Preis als Achsenwerte würde ich immer auf das nette Feld mit kleine Lösgrösse - hoher Preis setzen.

Eine Spezialisierung macht auch deshalb Sinn, weil sich (more…)

Presse-Versorgungswerk

Mittwoch, Juli 1st, 2009

Wenn man es mit der Unabhängigkeit des Journalismus ernst nimmt, dann setzt dies in vielen Fällen auch materielle Unabhängigkeit voraus. Ich habe in Lateinamerika und sonstwo einfach zu viele Artikel der Firma Lob & Hudl gelesen, zu viele gekaufte Journalisten und zu viele korrumpierte Zeitungen gesehen.

Der Journalismus sollte raus aus der Hungerlohn-Ecke, aus dem kargen Künstlerdasein, er sollte sich zu einem mündigen Berufsbild mit Qualität und Souveränität wandeln. Das mag die Vision von Dietrich Oppenberg gewesen sein, die ihn antrieb, das Versorgungswerk der Presse ein halbes Jahrhundert zu seiner Lebensaufgabe zu machen.

Die Presseversorgung, die in Deutschland die (more…)